Selbstverständnis der ökumenischen Klinikseelsorge in Tübingen

Getragen von einer Haltung der Hoffnung, der Zuwendung und der Wertschätzung begegnen und begleiten wir Menschen in unterschiedlichen Situationen in der Klinik. Dabei achten wir ihre jeweiligen Lebensumstände und kulturellen Hintergründe. Wir zeigen Interesse für das, was sie zu den Menschen gemacht hat, die sie jetzt sind. Dafür nehmen wir uns Zeit.

In unseren Begegnungen sind wir bestrebt, einen geschützten Raum zu öffnen und dazu beizutragen, dass Menschen mit dem, was sie trägt und ermutigt, in Kontakt kommen oder bleiben. Die Perspektive der Hoffnung und der Dankbarkeit wollen wir dabei offen halten. Wir stellen uns als Gesprächspartner zur Verfügung, die bereit sind, auch Brüche und Dunkelheiten auszuhalten und der „Warum-Frage“ nicht auszuweichen. Angesichts von Ungelöstem, der Erfahrung von Scheitern und auch von Schuld bieten wir an, gemeinsam nach Wegen der Befreiung und Versöhnung zu suchen.

Zusammen mit den Menschen suchen wir die Spur oder Ahnung eines Dritten und Größeren mitten im Leben. In Wort und Ritual, in Gottesdienst und Sakrament stellen wir uns in die Gegenwart Gottes. Auf Wunsch beten wir mit und für die Menschen und segnen sie.

Als Seelsorgerinnen und Seelsorger sind wir auch für die Mitarbeitenden da. Wir bringen uns mit unserer theologischen und ethischen Kompetenz in Konfliktsituationen und Entscheidungsprozessen in der Klinik ein. Unsere kirchliche Anstellung ermöglicht es, unsere Arbeit in solidarisch-kritischer Eigenständigkeit zu tun.

Unseren christlichen Dienst in den Kliniken gestalten wir in Verantwortung vor Gott, im Auftrag unserer Kirchen und in ökumenischer Verbundenheit, seelsorglich und theologisch geschult sowie supervisorisch begleitet.

Ökumenischer Konvent, Stand: 17.04.2013