Masken 
von Ulrich Reinkowski 

Darf man das: Eine Maske zeigen, seine Maske zeigen?
 
Muss man nicht immer authentisch sein wahres Gesicht zeigen?
Im antiken Theater war die Maske ein Kunstmittel, um über einen konkreten Menschen hinaus etwas Allgemeines, etwas Grundsätzliches zu zeigen, einen Typ von Mensch, einen Archetyp so können wir heute fast sagen.
Im Februar feiern wir die tollen, närrischen Tage und viele oder manche schlüpfen in eine Rolle, maskieren sich, verbergen ihr Gesicht und zeigen… ja was?? 
Vielleicht gerade durch die Maske ihr wahres Gesicht, einen Teil von sich selber? Seeräuber, Nixe, Cowboy, Nonne, Henker: Ein bunter Reigen tut sich auf.

Viele winken ab und wollen mit diesem Treiben nichts zu tun haben. Lustig sein, weil es die Jahreszeit so will: Das geht doch gar nicht?! Und doch sehen wir strahlende Augen und lachende Gesichter.

Die Frage an uns ist doch: Können wir ein bisschen erlöster aussehen? Manchmal schockiert mich das richtig, wieviel verbissenen Gesichtern ich begegne. Die Fasnacht ist ein Spiel! Oh wie schwer ist es mit so viel ernsten Sachen spielerisch umzugehen. Das Schwerste ist die Leichtigkeit?!

Im Roman Der Name der Rose von Umbertos Ecco geht es unter anderem um die Frage, ob Jesus gelacht hat. Hat er?
Sein Osterlachen jedenfalls hat er uns vererbt.

Eine glückselige Fasnet wünsche ich Ihnen!  

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Pastoralreferent
Ulrich Reinkowski (kathol.)